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Montag, 29. April 2024

Der beispiellose Aufstieg von Roland Berger

Roland Berger, einer der reichsten und mächtigsten Deutschen, der im Alleingang einen Global Player „Made in Germany“ aufgebaut hat. Was macht Roland Berger so erfolgreich? Wie einflussreich und mächtig ist Berger wirklich? Und warum wollen sie viele BWLer für seine Firma arbeiten? 

1956 macht Roland Abitur. Und was studiert jemand dann, dessen Eltern beide Unternehmer sind? Genau, BWL. Neben dem Studium eröffnet er eine Wäscherei, verkauft erfolgreich und gründet einen Getränke-Discount. 

Den passenden Job findet er danach durch Zufall. Er steigt in Mailand in der Firma “Gennaro Boston Associati” ein. Einem Joint Venture zwischen der bekannten BCG aus den USA und einem italienischem Berater Petro Gennaro ein. Er ist ein Naturtalent und schafft es in nur 5 Jahren Partner bei der Firma zu werden. Nur ist er jetzt an dem Punkt, an dem ihm sein Umfeld nichts mehr beibringen kann und deswegen baut er sein eigenes Imperium auf. Und Roland Berger nennt es... Roland Berger International Marketing Consultants, später „Roland Berger“. 

Prestige bringt ihm der Zusammenschluss der vier Reiseanbieter Touropa, Scharnow, Dr. Tigges und Hummel zu „Touristik Union International, kurz TUI“. Die Partnerschaft zwischen Roland Berger und Deutsche Bank wird durch einen Anschlag verhindert. Aber er beginnt mit Geschäften in der DDR und wird von der WirtschaftsWoche deswegen sogar als „heimlicher Herrscher über die ostdeutsche Wirtschaft“ beschrieben. Der größte Paukenschlag ist, dass die Roland Berger Partner die Anteile der Deutschen Bank durch einen sogenannten Management Buy Out übernehmen und die Deutsche Bank so komplett bei Berger raus ist. In 2001 wechselt Roland Berger von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat – und 2010 geht er endgültig raus, ist nur noch Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats. 

Seit Beginn der Neunziger etabliert sich Roland bei Politikern von verschiedenen Parteien als Berater z.B. für die Reform der Deutschen Bundesbank, eine Rentenreform und eine Initiative von Altkanzler Helmut Kohl namens „Schlanker Staat“ und er war Teil der Rürup-Expertenkomission. Als die Regierung ihn bittet, neue Kredite oder Beteiligungen für Opel zu finden, wird ihm ein Interessenskonflikt vorgeworfen, denn das Problem ist, dass Berger im Verwaltungsrat vom Kaufinteressenten Fiat sitzt. 

Aber, was in seinem Leben so richtig schief lief: Business mit Freunden machen. Roland gründet mit zwei Kumpels, dem ehemaligen Investmentbanker Florian Lahnstein und dem wohl berühmtesten deutschen Manager zu der Zeit, Thomas Middelhoff die Investmentfirma BLM und Partners. Die Trennung wird zu einer riesigen medialen Schlammschlacht und endete in einem Prozess. Für Roland war die Nummer dann durch, das Geld war leider weg und die BLM wurde zur RiverRock European Partners mit ihm als Vorsitzendem. 

Und was macht man, wenn man alles erreicht hat? Roland sammelt Zeitgenössische Kunst und startete mit 50 Mio. Stiftungsvermögen 2008 die RB Stiftung, die fördert Bildung und sozial benachteiligte Kinder. Er war im Aufsichtsrats beim Medizintechnik-Konzern Fresenius, im Verwaltungsrat des FC Bayern, Mitglied im Board of Directors bei Fiat, deutscher Chairman bei Blackstone, im Aufsichtsrat bei Rocket Internet und Mitglied des Unternehmensbeirats der Signa Holding von Benko. Aber er hat auch noch ein paar wilde Titel, darunter: Honorarkonsul von Singapur in den Bundesländern Bayern und Thüringen. 

Inhaltsangabe unter dem Video auf YouTube 

 

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