Donnerstag, 7. August 2014

Was für ein Tag ....

ich war heute Vormittag im Schlafzimmer, um unsere Betten zu machen. Da hörte ich draußen Stimmen und schaute zum Fenster hinaus. Ein junger Mann wollte gerade über unseren Zaun klettern. Ich rief ihm zu, so geht das aber nicht! Er müsse dringend auf unser Grundstück, um einen Messpunkt für die Baustelle abzustecken. Ich informierte Fred, der dann hinaus ging, um zu öffnen.

Am Mittwochmorgen konnte Fred die Bauleute gerade noch davon abhalten, zwölf Meter unserer Hecke zu entfernen. Er konnte das noch abwenden und ich rief noch einmal auf dem Amt an und verlangte den Bauleiter. Der sei in Urlaub sagte man mir und seine Mitarbeiterin auch. Am Montag sind beide wieder da. Die Dame am Telefon war sehr nett und ich erklärte ihr unsere Situation. Wir sollten mit dem Bürgermeister sprechen oder mit seinem Stellvertreter, das sind nämlich die Bauherren. Da ich mit keinem von beiden reden möchte, sagte ich ihr, dann gibt es eben einen Baustellenstop. Wir haben noch keine Zusage erteilt. 

Ihr müsst Euch einmal vorstellen, ein riesengroßer Bagger buddelt acht Meter neben unserem Haus einen Graben von mindestens 5 Meter Tiefe, eher mehr und recht breit ist der Graben auch. Er verursacht einen Höllenlärm von morgens 7 Uhr bis mindestens 16 Uhr, manchmal noch länger. Um 12 Uhr machen sie eine halbe Stunde Pause.

Im Haus vibriert alles und wenn ich einen Topf auf dem Herd stehen habe, verschiebt er sich. Das alles ist sehr unangenehm und nervt. Den Krach haben wir nun schon zwei Wochen und ein Ende ist nicht abzusehen.

Gestern hat Fred dann noch einmal auf dem Amt angerufen und gesagt, es wird Baustop geben, denn wir fühlen uns verkackeiert, weil die machen was sie wollen. Wenn man meint, wir sollten das zulassen, dann wollen wir all das eingehalten haben, was uns zugesichert war, mündlich. Einen Gutachter, der den Schaden überprüft und eine Summe als Entschädigung festlegt. Einen Gärtner, der unsere Pflanzen in großen Kübeln während der Bauzeit zwischenlagert und später wieder einpflanzt. Bis dahin werden wir keine Baugenehmigung erteilen. Es gibt Gesetze, an die sich auch Bürgermeister zu halten haben. Normalerweise untersteht das alles einem Amt in Friedland, die dafür auch eine ganz andere Trasse genommen hätte, die kein Privatgrundstück berührt hätte. Diese neue Rohrleitung, die der Bürgermeister als Bauher veranlasst hat, geht nur über Privatgrundstücke. Ich frage mich, warum das genau so sein muss? Die andere Trasse wäre wesentlich billiger gekommen! 
Mittlerweile pilgern die Dorfbewohner zur Baustelle und alle sind erschrocken als sie das sahen. Sie dachten, da wird nur ein kleines Rohr verlegt aber das es so ein riesenbreiter Graben ist, das wussten sie nicht.

Auch heute hat sich niemand bei uns gemeldet. Wir haben den Bauleuten gesagt, wenn sie ohne unsere Genehmigung etwas vernichten an unserem Grundstück oder eindringen, dann werden wir die Polizei holen und Anzeige erstatten. Jetzt sind wir gespannt, wie es weiter geht. Zum Glück haben wir eine Rechtsschutzversicherung, die uns gute Ratschläge gab.

Ich wünsche Euch einen schönen Freitag!


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